Es erstaunt immer wieder, wie Wirtschaftsvertreter, FDP, Liberale und Nahestehende plötzlich (und wie aus dem Nichts!) ein Herz für Geringverdienende, einkommensschwache Familien und andere wirtschaftlich Benachteiligte entdecken ... und dies alles noch im Zusammenhang mit einer Steuervorlage, dem Kerngeschäft erwähnter Damen und Herren. Das sollte uns stutzig machen! Auf dem Papier sind die Argumente der Wirtschaftsvertreter nicht schlecht: Handlungsbedarf wegen der EU, internationale, mobile Firmen zahlen mehr, geplante Entlastungen. Einem Realitätstest halten sie aber nicht Stand: Die lokalen, immobilen Firmen zahlen fast nur noch die Hälfte, die Steuereinnahmen gehen rapide zurück und es klafft ein grosses Loch, das mit dem Prinzip Hoffnung (Zuzug vieler neuer Firmen, Erhöhung der Gemeindesteuersätze) und verantwortungsloser Plünderung des Sparkontos des Kantons (Reduktion des Eigenkapitals) gestopft werden soll. Und wenn dann die Firmen nicht zuziehen (wie im Kanton Luzern!), ja dann müssen wir natürlichen Personen wieder in die Bresche springen oder auf staatliche Leistungen verzichten. Wenn die Wirtschaftsvertreter wirklich ein Herz für die schwächeren Bevölkerungsschichten hätten, dann wäre der Steuerfuss nicht auf 13%, sondern vielleicht auf 16% gesunken, immer noch mehr als genug und deutlich beruhigender für uns alle. Darum ein klares Nein zu dieser Mogelpackung und zurück an den Absender! Wir brauchen kein Zückerlein, das wir höchstwahrscheinlich selber bezahlen, und die Drohung mit Arbeitsplatz-Wegzug ist die Standardantwort ideenloser Profiteure. 

DOMINIQUE BECHT, MATZENDORF

 

25. Apr 2019