Eine der grössten Politlüge in der Vergangenheit gerät nicht so rasch in Vergessenheit, die der Unternehmenssteurreform II des bürgerlichen Bundesrats und Parlaments. Noch lange müssen Gemeinden, Kantone und Bund das Milliardenloch, ausbügeln und auf Kosten einfacher Bürgerinnen und Bürger Sparprogramme schnüren - eine leidige Geschichte.

Und damit noch nicht genug, die Manipulationen gehen bei der Erbschaftssteuerinitiative weiter, wohlweislich unter der Regie zahlreicher Lobbyorganisationen. In diesem Zusammenhang täte es ebenfalls gut zu wissen, von wem die Millionen von Franken für die Kampagne stammen – aber selbst gegen Transparenz bei den eigenen Finanzströmen wehrt man sich in diesen Gremien. Hauptsache man verbreitet Schauermärchen, Untergangszenarien und andere Lügengeschichten, sie werden damit zwar nicht wahrer, aber seltsamerweise erlangen sie mehr Zuspruch. Bei der Erbschaftssteuerreform sollen gemäss Gegner die Familien aussterben, zehntausende Arbeitsplätze verloren gehen, die Landwirtschaft vernichtet werden und der Grossteil der KMU’s bankrott gehen. Blödsinn, denn im Erbfall sind die KMU neu durch die Verfassung geschützt. Geschützt wären endlich auch jene KMU, die nicht direkt an die Kinder vererbt werden können, weil keine da sind oder die Kinder wenig geeignet sind für die Nachfolge. Öffnen sie bitte die Augen: der Lohnfranken ist es, der heute am meisten belastet wird und nicht der Geldadel, alles andere ist erfunden.

 

27. Mai 2015