Tagesschulen statt Kampfflieger

Die alten bürgerlichen kalten Krieger im Nationalrat haben vor wenigen Tagen einen absurden Entscheid gefällt. Ab nächstem Jahr soll der Bund jährlich eine Milliarde Franken mehr für die Armee ausgeben und 22 neue Kampfflugzeuge kaufen. Das Volk soll dazu nichts zu sagen haben. Als Familie reibt man sich da die Augen. Für solches hat man plötzlich Geld, aber für den Ausbau der Tagesschulen sind die Kassen leer?

Tagesschulen sind in der Schweiz vielerorts Mangelware. Meist wird das fehlende Geld als Grund für den zögerlichen Ausbau angeführt. Doch der Entscheid zum Militärbudget zeigt: Das Geld ist da! Wir müssen es nur noch richtig verwenden. Mit einer Initiative fordere ich deshalb, dass diese eine Milliarde nicht für unnötige Jets zum Fenster hinaus geschmissen wird, sondern den Kantonen für den Ausbau der Tagesschulen zur Verfügung steht. Die Ausbildung unsere Kinder ist für mich eine weit vordringlichere Aufgabe als der Ausbau der Armee. Zumal alle von Tagesschulen profitieren können:

  • Tagesschulen beruhigen den Tagesablauf der Kinder, fördern den Gemeinsinn und erleichtern das Lernen auf allen Leistungsstufen. Das heutige Hin und Her zwischen Schule, Elternhaus, Musikstunde und Sportclub schafft Tagesabläufe nach dem Muster des Zappens. Kaum je können die Kinder verweilen. Die Tage sind lang und damit bleibt wenig Zeit für wirkliche Musse. Tagesschulen haben einen viel ruhigeren Rhythmus und verkürzen die Tage.
  • Tagesschulen vereinen Bildung und Betreuung und stärken damit die Beziehung zwischen den Lehrerinnen/Lehrern und den Schülerinnen/Schülern.
  • Tagesschulen entlasten die Lehrkräfte. Der aufgesplittete Betrieb erschwert die Koordination und benötigt immer mehr bürokratischen Aufwand. Ganztagesschulen sind klarer organisiert und bieten mehr Raum und Ruhe.
  • Tagesschulen ermöglichen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
  • Tageschulen ermutigen jungen Paare, sich auf das Abenteuer Kind einzulassen und haben mutmasslich einen positiven Einfluss auf die Geburtenrate.
  • Tagesschulen stärken den Standort Schweiz. Regionen ohne Tagesschulen haben zunehmend Mühe, internationale Fachkräfte zu gewinnen, sich mit ihren Familien dort niederzulassen. Das erhöht den Siedlungsdruck auf die städtischen Zentren und schwächt die Regionen.
  • Tagesschulen machen unser Land kinder- und familienfreundlicher.

Remo Largo, Kinderarzt und Autor zahlreicher Bücher zu Erziehungs- und Bildungsfragen, stellt in einem kürzlich erschienen Artikel fest, dass in der Schweiz gegenwärtig 1,1 Millionen Kinder fehlen. Ohne diese Kinder werden wir grösste Schwierigkeiten haben, das Gleichgewicht zwischen den Generationen zu halten. Konkret stellt sich die Frage, wer künftig die Pflege der älteren Menschen übernimmt oder wie die gesellschaftsnotwendigen Arbeiten erledigt werden können.

Die Antwort von Remo Largo ist klar und überzeugend: Entweder wir investieren in eine kinderfreundliche Zukunft oder wir lassen noch mehr Einwanderung zu. Ich schlage vor, dass wir uns das erste Ziel vornehmen. Und um kinder- und familienfreundlicher zu werden, müssen wir den Kindern mehr Raum in unserem Leben geben:

  • mehr zeitlichen Raum durch eine Elternzeit und familienfreundliche Arbeitsbedingungen
  • mehr räumlichen Raum durch gut geführte Kindertagesstätten und Tagesschulen
  • mehr finanziellen Raum durch eine zukunftsorientierte Gewichtung unserer Staatsaufgaben.

Armee oder Tagesschulen: Das Parlament legt jedes Jahr fest, wie unsere Steuergelder auf die einzelnen Aufgaben aufgeteilt werden. Am 23. Oktober wird es neu gewählt. Nehmen Sie teil!

Kommentare

Staatliche Kinderbetreuung

Das hatten wir doch im Osten schonmal. Die Geschichte hat doch die absolute Unsinnigkeit dieses Konzeptes bereits bewiesen. Ich habe meine Söhne selbts betreut und bin stolz darauf. Die familienbetrueten Kinder sind glückliche Kinder, die für ein erfolgreiches Leben bestens vorbereitet sind. Konzepte die in den alten kommunistischen Ländern bereits gescheitert sind sollten in der Schweiz, angeblich eines der reichsten Länder der Welt, nicht wiederholt werden.
Das Geld ist zum Schutz unseres Landes bestens investiert. In diesen unsicheren Zeiten gibt es für ein kleines Land keine andere Sicherheit als eine hochgerüstete Armee. Die Kleinheit unserrer Armee ist durch modernste Technik, lies neueste Waffentechnik und modernste Kampfflieger zu kompensieren. Grosse Geldmittel können durch Reduktion der sinnlosen Entwicklungshilfe und durch Einsparungen im Rahmen des Migrationswesens gewonnen werden.

Algemeines

Bin mit der SP im Allgemeinen Einverstanden mit ihrer Politik. Nur eine Kritik, sie kämpft zu wenig in Bezug auf Gesetze zu ändern für die
kleinen Leute, soziale Forderungen in der Bundesverfassung verewigen, dass längerfristig auch die Bürgerlichen gezwungen sind ihre Worthülsen
zu halten. Ein Beispiel übertriebene Arme

Mit freundlichen grüsse josef brun basel.

Staatliche Kinderbetreuung

Der Kommentar von Trudi Schmid ist so was von weltfremd. Also, mir bleibt einfach die Spucke weg.
Das meint eine 66-jährige SP-Wählerin, die ihr Kind auch einige Jahre fremdbetreuen liess und das Kind hat keinen Schaden davon getragen. Im Gegenteil, es ist eine wunderbare Frau geworden, die sich für andere Menschen einsetzt und offen ist für alles was das Leben so bietet.
Diese unsägliche Aufrüstung ist ganz und gar nicht notwendig. Angst habe ich nur noch vor solchen Aussagen wie von T. Schmid.

Weltfremd

@Kittel. Was soll der persöhnliche Angriff. Was weltfremd ist werden wir in Kürze an der Urne entscheiden. Immer wieder erstaunt mich die hohe Bereitschaft in diesem Blog andere zu werten. Selbstverständlich wähle und stimme ich Personen- und Sachbezogen aber niemals Parteibezogen. Im Bezug auf die dringend notwendigen Kampfflieger und die für die Schweiz erforderliche Rüstung im allgemeinen mögen Sie Ihre Meinung haben, ebenso wie ich die meine habe. Die Mehrheit der Herren in Bern wird diese Entscheidung treffen.

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